Mittwoch, 8. Oktober 2014

[Rezension] Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat- Gavin Extence


"Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat" von Gavin Extence
Limes Verlag
19,99 € (Hardcover)
480 Seiten
Zeitgenössische Literatur


"Irgendwann, vor etwa einer halben Minute, hatten wir aufgehört, dieselbe Sprache zu sprechen."






Inhalt: Wie der Titel schon verrät, geht es um Alex Woods. Am Anfang der Geschichte wird er an der englischen Grenze mit einer nicht gerade geringen Menge Marihuana und einer Urne voller Asche aufgeriffen. Wie es zu dieser Situtaion kommen konnte wird von Alex auf den weiteren Seiten erzählt. Alles fängt mit einem Meteroiten an, der genau in das Haus der Woods knallt.

Mein Senf dazu: Ich liebe Alex Woods. Es ist ein so toller Charakter. Ich mag seine Art zu denken und seine Sicht auf die Welt. Alex ist so unbekümmert, arglos und intelligent. Letzteres führt dazu, dass er kein einfaches Leben in der englischen Kleinstadt hat. Er ist einfach besonders. Mit seinen 10 Jahren ist sein größtes Problem, sich nicht entscheiden zu können, ob er später Neurologe oder Astrophysiker werden soll. Denn es interessiert Alex sehr was da genau an seinem Kopf geknallt ist und warum er dadurch im Koma lag. Außerdem ist Alex auch sehr belesen und hat eine esoterische Mutter. Auch alles Gründe warum er als komisch gilt und damit das schlimmste aller Verbrechen an der High School begeht und als "schwul" gilt. Er wird gehänselt und ausgegrenzt, nur weil er z.B. liest und sich für andere Dinge interessiert.
Im Laufe der Geschichte lernen wir auch Mr. Peterson kennen. Er ist ein mürrischer alter Mann. Dennoch befreunden sich Alex und Mr. Peterson. Und genau diese Freundschaft macht das Buch (neben Alex Woods) so besonders. Das sich zwei so unterschiedliche Charaktere zusammen finden ist nicht ganz einfach, deshalb sind viele Szenen zwischen den Beiden so herrlich komisch, dass ich oft lauthals lachen musste.
Wenn es in der ersten Hälfte eher um die Freundschaft geht, wird in der zweiten Hälfte ein Thema angesprochen, was ich sehr "interessant" finde. Ich möchte darauf jetzt nicht so genau eingehen, weil ich denke, dass würde zu viel verraten. In der Gesellschaft ist das ja immer noch ein Tabuthema, daher weiß man nicht viel darüber. Das Buch gibt da einen sehr guten Einblick in die Materie und hat mich an manchen Stellen auch sehr nachdenklich gemacht und mich zum Weinen gebracht.
Gavin Extence schreibt die Geschichte so wunderbar ruhig und findet ganz tolle Worte. Vor allem für ein Debütroman sehr bemerkenswert. Es ist kein Buch was man einfach so weglesen kann. Extence spricht einige medizinische Begriffe und Begriffe aus der Astrophysik an, was mich aber nicht sonderlich gestört hat. Somit konnte ich auch einiges lernen, aber ich muss auch gestehen, dass ich mir nicht alles merken konnte.
Die Geschichte hat viele lustige Momente aber auch sehr traurige. Ich habe jedenfalls sowohl gelacht als auch geweint. Ich denke noch oft über Alex und seiner Welt nach. Ich reflektiere, vor allem bei der Sache in der High School, selbst meine Erfahrungen mit solchen Idioten aber auch mein eigenes  Verhalten gegenüber "Schwächeren" oder "anders" denkenden. Die Geschichte zeigt wie wichtig es ist, hinter die Fassade eines Menschen zu blicken bzw. sich zu fragen, was dazu führte, dass er als "Anders" gilt und nicht gleich einem Menschen mit Vorurteilen begegnen.

Meine Bewertung: 5/5 Sterne. Für mich ist das Buch etwas ganz besonderes. Alex Wood ist ein wunderbarer Charakter, der sich sofort in mein Herz geschlichen hat und dort wohl für immer bleibt. Eins meiner Jahres Highlights! Ich kann es vor allem denjenigen empfehlen die z.B. Wunder von R.J. Palacio mochten.


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