Mittwoch, 29. Oktober 2014

[Rezension] Happy Birthday Leonard Peacock - Matthew Quick


Happy Birthday Leonard Peacock von Matthew Quick
dtv- Verlag
11,99 €
300 Seiten
Jugendbuch, zeitgenössische Literatur

"Nur diese beiden Wörter. 
Happy Birthday.
Sie geben mir das Gefühl, nicht ganz allein zu sein.
Immer noch da zu sein."






Inhat: Wie der Titel schon verrät, geht es um Leonard Peacock, der an seinem Geburtstag seinen ehemals besten Freund und sich selbst erschießen will. Bevor er dies jedoch in die Tat umsetzt, verteilt er noch Geschenke an Menschen, die ihm im Leben etwas bedeuteten.

Mein Senf dazu: Leonards Geschichte wird aus seiner Sicht aus der Ich-Perspektive erzählt. Der Leser erfährt somit recht schnell, warum er sich umbringen möchte. Er fühlt sich allein, vernachlässigt und missverstanden. Kein Wunder bei solchen Eltern. Der Vater ist abgehauen, hat sich aufgrund Steuerschulden ins Ausland abgesetzt und die Mutter hat etwas besseres zu tun, als sich um ihren Sohn zu kümmern und lässt Leonard allein in Philadelphia, währenddessen sie in New York als Modedesignerin arbeitet. Leonard geht es ja gut, hat keine Probleme wie die Mutter zu wissen scheint. Diese "Mutter" hat mich über das ganze Buch einfach nur aufgeregt. Wie kann man nur so egoistisch sein? Vor allem ist es traurig, dass sie es gar nicht bemerkt und checkt wie sehr Leonard sie braucht- einfach nur als Mutter. Einfach mal Pfannkuchen machen. Einfach nur da zu sein.
Warum nicht die Mutter einfach mal darauf ansprechen? Tja, wieso sollte man seine Eltern daran erinnern, einfach mal Eltern zu sein. Ich kann das total nachvollziehen. Ansonsten öffnet sich Leonard auch sehr selten. Warum das so ist, erfährt man immer mal wieder im Laufe der Geschichte.
Ich hatte jeden falls richtig Mitleid mit Leonard. Ich habe mir sehr gewünscht, dass ihm jemand Hilft oder einfach zuhört. Auch er selbst will auf eine Art gerettet werden: " Wenn jemand von sich aus zu mir Happy Birthsay sagt, überlege ich mein Vorhaben vielleicht noch einmal".
Wieso er aber auch seinen ehemals besten Freund umbringen möchte, kommt relativ am Ende des Buches herraus. Und bei dieser "Enthüllung" musste ich echt schlucken. Ich war recht "schockiert". Konnte aber Leonard nun noch besser verstehen. Nicht, dass er sich und seinen Freund umbringen möchte, nein, nur warum er so ist wie er nunmal ist. Am Anfang kommt er nämlich recht "seltsam" rüber. 
Das Buch spricht einige Probleme an, die leider nicht zu selten vor kommen: Einsamkeit, Vernachlässigung und Gewalt. Die Geschichte zeit sehr gut, wohin solche Probleme führen können, gibt aber auch Hoffnung, diese Probleme in den Griff zu bekommen, denn manchmal braucht es einfach nur einen Menschen der einen bemerkt und zuhört.

Meine Bewertung: 4/5. Punktabzug gibt es dafür, dass ich am Anfang meine Probleme hatte, in die Geschichte abzutauchen. Das lag u.a. am Schreibstil von Matthew Quick, der einige Fussnoten benutz. Letztendlich konnte mich das Buch aber noch packen und berühren. Vor allem für Fans von "Das also ist mein Leben (The Perks of being a Wallflower)" ist das Buch sehr zu empfehlen. 



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