Mittwoch, 29. April 2015

[Rezension] Die Frauen von Tyringham Park- Rosemary McLoughlin


Die Frauen von Tyringham Park von Rosemary McLoughlin
Bastei Lübbe-Verlag
9,99 €
559 Seiten
Historischer Roman


"Es ist mir alles entglitten. Als du nicht mehr in der Nähe warst, hatte ich keinen Antrieb mehr."





Inhalt:
Irland 1917, die kleine Victoria Blackshaw wird vermisst. Alle auf Tyringham Park sind in Aufruhr: Von Lady Edwina bis zum Stallmeister sind alle mit der Suche nach dem Kind beschäftigt. Doch Victoria bleibt spurlos verschwunden. Ein Mordfall? Entführung? Unfall? Dies bleibt zunächst ungeklärt, aber auf Tyringham Park ist nichts mehr wie es war.

Mein Senf dazu:
"Wenn Sie Downton Abbey mögen, werden Sie diesen Roman lieben!" Ich muss zugeben, dass mich dieser Werbespruch auf dem Klappentext sehr neugierig gemacht hat und ich das Buch deshalb gekauft habe. Ich bin nämlich ein großer Fan von Downton Abbey, daher funktionierte dieser Satz ganz gut bei mir. Normalerweise gebe ich auf solche Sprüche nichts, denn sie halten meist nie was er verspricht bzw. leitet den Leser in eine völlig andere Richtung. Was auch hier der Fall ist. Die Gemeinsamkeiten sind eigentlich nur, dass es sich um ein großes Anwesen handelt und es wird vom Adel und den Dienstboten berichtet. Aber beide Geschichten nehmen ein ganz andere Entwicklung.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Charlotte Blackshaw, die große Schwester von Victoria, die mit dem Verlust nur sehr schwer zurecht kommt. Ihre Eltern Lady Edwina und Lord Waldron stehen dem Verschwinden eher gleichgültig gegenüber. Die Lady versucht anfangs noch das Verschwinden aufzuklären , doch der Lord widmet sich lieber seinen überaus wichtigen Aufgaben im Kriegsministerium. Beide Eltern sind von Anfang an eher unsympathisch dargestellt. Dies funktioniert aber hier ganz hervorragend und passt auch in diese Zeit bzw. in diese Gesellschaft.
Auch weitere Nebencharaktere können bei mir nur wenige Symphatiepunkte sammeln. Aber auch diese Charaktere hat Rosemary McCoughlin sehr gut umgesetzt - zum Beispiel das garstige Kindermädchen Schweser Dixon, die Charlotte physisch als auch psychisch misshanldet oder diese eingebildeten Mitschülerin von Charlotte.
Diese Abneigungen und Anfeindungen gegenüber Charlotte hinterlässt bei ihr tiefe Spuren. Im Verlauf der Geschichte verfällt sie nämlich immer mal wieder in tiefe Depressionen und kapselt sich vom Leben und von der Gesellschaft völlig ab. Das hat für mich die Geschichte so spannend gemacht, da ich unbedingt wissen wollte wie Charlotte aus diesen Lebenskrisen wieder herausfindet und ob sie ihr persönliches Glück findet. Auch wollte ich unbedingt erfahren, was mit der kleinen Victoria passiert ist. Die Auflösung kommt erst ganz am Ende des Buches und hat mich dann doch überrascht. Ich hatte dann doch eine andere Theorie.

Die Zeitgeschichtlichen Ereignisse spielen eher eine untergeordnete Rolle. Die Geschichte beginnt 1917 ( 1. Weltkrieg) und geht bis ca. 1943 (Mitte 2. Weltkrieg). Die Kriegsgeschehnisse werden aber nur am Rande erwähnt. Der Fokus liegt hier wirklich auf der spannenden Familiengeschichte.
Auch die Umgebung der Geschichte wurde von der Autorin wunderbar ausgewählt. Sie selbst stammt aus Australien und lebt mittlerweile in Irland. In diesem Buch ist es genau anderes herum. Hauptsächlich spielt es in Irland, aber zeitweise wird der Leser auch nach Australien "entführt". Die Beschreibung des Alltages in einem abgeschiedenen Dorf in Australien hat mir dabei besonders gefallen.

Meine Bewertung: 4,5 Sterne. Eine sehr spannende Familiengeschichte, die mich sehr fesseln konnte.



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