Dienstag, 20. Oktober 2015

[Blogtour] DIe Küste der Freiheit- Tag 2 Deutsche Auswanderer in die Neue Welt

(c) Bastei Lübbe Verlag



Nachdem euch gestern Nadja das Buch "Die Küste der Freiheit"  von Maria W. Peter näher vorgestellt hat, möchte ich euch an Tag 2 der Bogtour etwas über die deutschen Auswanderer in die Neue Welt berichten, welches eines der Grundthemen des Buches ist.















Deutsche Auswanderer in die Neue Welt


Zahlen und Fakten
Bereits 1678 sind die ersten Deutschen (Pfälzer Hugenotten) nach Amerika ausgewandert. Die erste deutsche Siedlung in der Neuen Welt „Germantown“ wurde 1683 von Krefeldern Mennoniten bei Philadelphia, Pennsylvania gegründet. Die Deutschen machten 1775 mit ca. 110 000 Bewohnern fast 1/3 der Gesamtbevölkerung Pennsylvaniens aus. Insgesamt wird davon ausgegangen, dass um 1775 ca. 225.000 Menschen deutscher Herkunft in den britischen Kolonien Nordamerikas gelebt haben. Das macht 8,6 % der Gesamtbevölkerung aus und damit stellten die Deutschen im 18. Jahrhundert die größte Gruppe der europäischen Einwanderer dar. Die Auswanderer stammten insbesondere aus Baden, Württemberg, der Pfalz, Elsass-Lothringen und der deutschsprachigen Schweiz. Der Siedlungsschwerpunkt war zunächst Pennsylvania. Im Verlauf des 18. Jahrhunderts verlagerte sich das mehr nach Westen z.B. Maryland, North Carolina oder Virginia.


Gründe für die Auswanderung
Die Motive für eine Auswanderung sind zahlreich- aber vor allem waren es politische, wirtschaftliche und religiöse Motive, die die Deutschen nach Amerika emigrieren ließ. Viele Fürstentümer hatten mit den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wirtschaftlich und politisch noch zu kämpfen. Auch waren einige deutsche Territorien aufgrund der Reichskriege mit Frankreich von den Franzosen besetzt. Amische und Mennoiten wurden in Deutschland aufgrund ihrer Religion gemieden. Viele Menschen sahen daher in der Neuen Welt, die viel liberaler war, ihre Zukunft.


Im 18. Jahrhundert wurden aber auch viele potentielle Umsiedler von britischen Großgrundbesitzer für ihre Ländereien in den britischen Kolonien in Nordamerika angeworben. Sie erhofften sich damit eine höhere Wertsteigerung ihrer Ländereien. Für viele Deutsche war die Aussicht den eigenen Grund und Boden zu bewirtschaften und nicht mehr von der Willkür der Obrigkeit abhängig zu sein sehr verlockend. Außerdem war auch die Steuer dort viel niedriger. Die Werbung um Auswanderer wurde daher auch ein lukratives Geschäft, denn für jeden Angeworbenen erhielt man eine Kopfprämie. Die Auswanderung wurde als wohl organisierte Unternehmung  und die Ansiedlung in Amerika als Garant für eine glückliche Zukunft verkauft. 

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Die Überfahrt
In Deutschland starteten die organisierten Schiffsreisen meist in Heilbronn oder Mannheim. Von dort aus fuhren die Auswanderer auf dem Rhein nach Rotterdam. Schon dieser erste Reiseabschnitt war für viele Aussiedler langwierig und sehr beschwerlich, denn Deutschland war zu dieser Zeit noch zersplittert und daher mussten viele Grenzkontrollen passiert werden. Dies ließ vor allem die Vorräte schmelzen. Viele Reisende waren daher schon in Rotterdam mittellos und konnten sich die Überfahrt eigentlich nicht leisten. Es gab aber ein sog. „Redemptioner- System“ mit dem die Auswanderer auch ohne Reisegeld in die Neue Welt gelangen konnten. Die Emigranten verpflichteten sich dadurch, das Reisegeld in Amerika abzuarbeiten und haben sich somit in eine „Dienstknechtschaft“ auf Zeit eingelassen. Dies eröffnete aber Schleppern ein lukratives Geschäft (kommt einem doch bekannt vor), daher wurde dieses System 1815 auch verboten.


Den zweiten großen Reiseabschnitt, also die eigentliche Überfahrt nach Amerika, war ebenfalls sehr beschwerlich. Viele der Auswanderer erreichten ihr Ziel nicht und starben aufgrund von Erschöpfung oder Krankheiten während der mehrwöchigen Überfahrt. Die damaligen Zustände auf den überfüllten Schiffen kann ohne Übertreibung mit den heutigen “Boatpeople”, also mit den heutigen Flüchtlingen die über das Mittelmeer nach Europa gelangen wollen, verglichen werden. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts verbesserten sich mit den Dampfschiffen die Bedingungen.


Die Ankunft in der Neuen Welt
Einmal in Amerika angekommen, musste festgestellt werden, dass die Lebensbedingungen in den englischen Kolonien sehr unterschiedlich waren. Das städtische Leben hat sich vor allem in der Ostküste von Amerika herausgebildet. Für die Emigranten, die einen handwerklichen Beruf ausübten, bestanden gute Möglichkeiten in der Stadt Fuß zu fassen. Bauern mussten hingegen weiter in die Grenzregionen ziehen.


Da die meisten deutschen Auswanderer es nicht gewohnt waren , sich aktiv am politischen Geschehen zu beteiligen, lebten sie lange isoliert und konzentrierten sich auf ihr persönliches und örtliches Umfeld. Es gab aber auch einige deutsche Einwanderer, die mit den aufständigen Kolonisten sympathisierten und während des Unabhängigkeitskrieges auf deren Seite kämpften.


Quellen:
Nach Amerika: Die Geschichte der deutschen Auswanderung von Bernd Brunner
Auswanderung aus Deutschland von Andreas Ette, Lenore Sauer
 
* Bild gemeinfrei von pixabay


Ihr habt auch bei dieser Blogtour die Chance auf Gewinne!
Um am Gewinnspiel teilzunehmen, müsst ihr in den Kommentaren einfach die Frage beantworten: Habt ihr schon einmal an eine Auswanderung gedacht? Wenn ja, wohin würdet ihr auswandern?

 

1. Preis: 2 x 1 signiertes Print + Postkarte
2. Preis: 3x 1 Block mit Kugelschreiber + Postkarte
3. Preis: 5 x 1 Schlüsselanhänger + Postkarte

Die Teilnahmebedinungen:

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 25.10.2015 um 23:59 Uhr.

Morgen geht es bei Nadja von Bookwormdreamers mit dem Thema Liebe in Zeiten der Standesunterschiede weiter.


Blogtourfahrplan:19.10. - 26.10.

Tag 1: Das Buch "Die Küste der Freiheit" stellt sich vor (Buchvorstellung + Vorstellung der Charaktere) bei Bookwormdreamers
Tag 2: Deutsche Auswanderer in die Neue Welt bei mir
Tag 3: Liebe in Zeiten der Standesunterschiede bei Bookwormdreamers
Tag 4: Medizin im 18. Jahrhundert bei Büchernest
Tag 5: Die Amerikanischen Südstaaten und ihre Geschichte bei Biankas Bücherkiste
Tag 6: Deutsche Einflüsse und Traditionen in Amerika (vom Weihnachtsmann bis zur Jeans) bei Babs Leben
Tag 7: Die Autorin - Maria W. Peter (Vorstellung und Interview) bei watched stuff
Tag 8. Gewinnerbekanntgabe auf allen Blogs

Kommentare:

  1. Guten Morgen,

    Wow, das sind ja sehr ausführliche und interessante Informationen über die deutschen Auswanderer nach Amerika. Ich hätte nicht gedacht, dass es so früh schon so viele waren.

    Ich selbst habe auch schon an Auswanderung gedacht. Vor allem, wenn es hier in Deutschland bitter kalt wird. Am liebsten würde ich dann nach Griechenland (ich bin Halbgriechin), wobei das momentan in dieser Lage wohl eher nicht so schlau wäre ;)

    Ganz liebe Grüße,
    Areti

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  2. Hallo und guten Tag,

    ja auch die Auswanderung von Deutschen hat schon eine lange Tradition. Danke für diesen interessanten Bericht dazu.

    Da ich öfters auch historische Romane lese ist das durchaus ein Thema...letzer dazu...Sternentochtersaga von Anni Valenti .

    Selber habe ich noch nie ans auswandern gedacht, aber bedingt durch die Liebe bin ich in ein anders Bundesland umgezogen. Was am Anfang auch mit gewissen Sprach/Befindlichkeits -und Zeitproblemen einherging.

    LG..Karin...

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  3. Guten morgen , nein auswandern käme für uns nicht in Frage . Wir haben uns ein gutes Leben aufgebaut, dass möchten wir nicht aufgeben. :-)
    Lg lesemaus1981

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  4. Hallo :)

    Ich habe schon an eine Auswanderung gedacht. Da meine Frau eine Griechin ist, wollte ich mit ihr nach Griechenland auswandern und dort als Maler arbeiten. Allerdings hat meine Frau mir davon abgeraten, da ich in den 80er Jahren aum Chancen hätte, als Ausländer eine Arbeit zu bekommen.

    Liebe Grüße,
    Corpus (Karl)

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  5. Hallo ,
    Klar habe ich schon mal geträumt auszuwandern, aber habe noch nie konkrete Schritte in die Richtung übernommen. Eigentlich fühle ich mich auch ganz wohl in Deutschland und würde wohl auch meine Familie sehr vermissen. Allerdings weiß man ja nie, was im Leben so passiert.
    Lg Curin

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  6. Hallo,

    nein an Auswanderung habe ich noch nicht gedacht. Ich bleibe lieber hier.

    Gruß
    Monika B.
    lesetrine@gmx.de

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  7. Als Kind hab ich schon mal davon geträumt in Amerika zu wohnen. Da hätte mir immer Atlanta gefallen. Ich hatte damals "Vom Winde verweht" gelesen. Die Südstaaten hatten es mir angetan. Aber als Erwachsene hege ich diesen Gedanken nicht mehr. Da bin ich zu bodenständig.

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  8. Als Kind hab ich schon mal davon geträumt in Amerika zu wohnen. Da hätte mir immer Atlanta gefallen. Ich hatte damals "Vom Winde verweht" gelesen. Die Südstaaten hatten es mir angetan. Aber als Erwachsene hege ich diesen Gedanken nicht mehr. Da bin ich zu bodenständig.

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  9. Hallöchen :)
    Ich hinke etwas hinterher, hoffe aber, dass macht nichts :D
    Ich habe nicht an Auswanderung gedacht. Mir gefällt es in Deutschland. Hier habe ich einen sicheren Job, Haus und Mann.
    Liebe Grüße
    Charleen

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  10. Hallo
    Danke für Deinen interessanten Beitrag.
    Wer träumt nicht mal davon einfach auszuwandern & alles hinter sich zu lassen ;-)
    Da fällt mir das Lied " I bin reif für die Insel" ein :-)
    Aber Spass beiseite, bei meinem letzten Kroatien Urlaub war ich so überwältigt von dem wunderschönen kleinen Ort namens Slano, dass ich am liebsten sofort dort geblieben wäre. Dieser Ort liegt richtig in einem Kessel, umgeben von lauter bewaelderten Bergen.... Das Meer ist sooo wunderschön & einfach alles hat mich in seinen Bann gezogen. Es war so friedlich, harmonisch & unbeschreiblich schön ♡
    Und Dubrovnik liegt nur eine Stunde entfernt, sollte man mal Lust auf ein wenig mehr Unterhaltung haben.
    Dort in Slano könnte ich das erste mal jene Menschen verstehen, die einfach auswandern ohne Geld, ohne Vorkehrungen getroffen zu haben & ohne ein Wort der fremden Sprache zu sprechen oder zu verstehen..........
    Liebste Grüsse Mimi

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  11. Hallo,

    das sind sehr interessante Fakten übr das Auswandern. Ich habe schon einige Romange lesen, die alle die Auswanderungen nach Australien und Neuseeland betreffeb.
    Ich selbst würde nicht auswandern bwz. nur dann wenn ich hier in Deutschland überhaupt keine Zukunft mehr sehen würde. Auch das Verlassen der Familie, Freunde würde mir sehr schwer fallen.

    LG Bettina

    bettinahertz66@googlemail.com

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  12. Hallo,

    ich habe ehrlich gesagt noch nie ans Auswandern gedacht und es kommt für mich persönlich auch gar nicht in Frage...

    LG (PPS13743@ku.de)

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  13. Hallo Chrissi ,
    Sehr schöner und informativer Beitrag von dir , vielen Dank dafür .

    Ich habe noch niemals an Auswandern gedacht . Ohne meine komplette Familie wäre ich unglücklich. Ich bin gerne dabei wo ich lebe ♡

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