Freitag, 6. November 2015

[Rezension] Die Küste der Freiheit von Maria W. Peter


Die Küste der Freiheit von Maria W. Peter
Bastei Lübbe Verlag 
9,99 €
878 Seiten
Historischer Roman


"Doch auf eine unerklärliche, feinsinnige Art war es diesem fremden Offizier gelungen, bis in ihr Innerstes vorzudringen, ihre Seele dort zu berühren, wo ihr eigentliches Wesen, ihre Hoffnung und ihre Sehnsucht wohnten."




An dieser Stelle möchte ich mich beim Bastei Lübbe Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.
 
Klappentext:
1775: Als ihr geliebter Lorenz mit seinem Regiment nach Amerika in den Krieg geschickt wird, ist Anna zutiefst verzweifelt. So verzweifelt, dass sie sich als Schuldmagd in die amerikanischen Kolonien verkauft. Bald schon findet sie sich mit zahlreichen anderen Auswanderern auf einem Schiff in die Neue Welt wieder. Doch der Weg in die Freiheit und zur Liebe ist weit ...

Mein Senf dazu:
Ich kann gleich vorwegnehmen, ich war von diesem historischen Roman sehr begeistert. Der Klappentext und das Cover haben mich gleich angesprochen. Ich mag Auswanderergeschichten sehr gern und die Zeit in der die Geschichte spielt fand ich auch spannend: Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg. Ich wollte einfach mehr darüber erfahren, da dies in meinem Geschichtsunterricht leider zur kurz kam. 

Zunächst hat mich die Dicke des Buches schon etwas „abgeschreckt“, da ich befürchtete, dass es möglicherweise ein paar Längen gibt, aber zum Glück hat sich diese Befürchtung nicht bewahrheitet. Der Schreibstil von Maria W. Peter ist sehr angenehm und flüssig. Irgendwann habe ich gar nicht mehr an die vielen Seiten gedacht, ich war nämlich von der ersten Seite an in dieser Geschichte gefangen. Sofort ist mir Anna ans Herz gewachsen, obwohl ich mit ihrer Lebensweise kaum etwas anfangen kann. Aber ich fand es sehr interessant, etwas über die Mennoniten und die Amische zu lernen. Ich finde es generell großartig, wenn ich beim Lesen noch etwas dazulernen kann. Anna ist so ein herzensguter Charakter, sodass ich die ganze Zeit meinen imaginären Beschützerinstikt über sie legte. Wenn ihr Unrecht getan wurde, habe ich mich besonders aufgeregt und diese Person verflucht. Anna durchlebte im Verlauf der Geschichte eine tolle Entwicklung. Sie wurde immer selbstbewusster, selbstständiger und wuchs zu einer starken Frau heran.
Lorenz, der männliche Gegenpart, war mir ebenfalls sehr sympathisch, obwohl er mir zunächst zu aristokratisch war, was aber für diese Zeit natürlich typisch war. Generell muss ich sagen, das die Geschichte zum historischen Kontext sehr authentisch wirkte. Der Leser merkt recht schell, dass Maria W. Peter hier ausführlich recherchiert hat bzw. ihr das Thema wichtig ist. Aber keine Angst, man wird nicht mit geschichtlichen Fakten überfordert. Die historischen Ereignisse sind hier bestens in die Geschichte mit eingebunden.

Auch die Nebencharaktere konnten mich überzeugen. Einige waren sympathisch, einige habe ich gehasst. Eine perfekte Mischung. Die Charaktere tauchten auch immer mal wieder im Verlauf der Geschichte auf. Das ist vielleicht der kleine minimale Kritikpunkt den ich habe. Da gab es schon den einen oder anderen Zufall. Letztendlich hat sich dieser Umstand aber nicht  groß bei meiner Bewertung auswirkt. Zum einem glaube ich sowieso an den Spruch „Man sieht sicher immer zwei mal im Leben“ und zum anderen wirkte die Geschichte für mich dennoch glaubhaft und nicht zu konstruiert. Das könnte dem einem oder anderem Leser vielleicht aber nicht gefallen. Wer aber z.B. die Bücher von Ken Follett mag, wird hier auch keine Probleme haben.

Die Liebesgeschichte zwischen Anna und Lorenz hat mich seit langem mal wieder richtig mitfiebern lassen. Ich musste hier und da ein paar Tränchen verdrücken. Einfach war die Beziehung der Beiden so wunderschön. Die Autorin hat auch ganz wunderbare Wörter gefunden, die mich dann einfach seufzen ließen und glücklich machten. Es war für mich auch zu keiner Sekunde irgendwie kitschig (obwohl sich meine Beschreibung gerade danach anhört...). Aber es gibt einfach Liebesgeschichten die ganz toll erzählt werden. Ich denke Anna und Lorenz werden mich noch lange begleiten. Und immer wenn mich jemand nach einer tollen Liebesgeschichte fragt, werde ich zukünftig jedem „Die Küste der Freiheit“ empfehlen.

„Genial“ fand ich auch, dass Maria W. Peter am Ende des Buches, ein paar Reisetipps zu den Handlungsorten der Geschichte vorstellt. Genauso geht es mir nämlich auch manchmal, dass ich am liebsten sofort die Koffer packen und an die Orte reise möchte, von denen man gerade gelesen hat.

Meine Bewertung: 4,5/5 Sterne. Absolute Leseempfehlung! Wer gern gut recherchierte historische Romane liest, sollte sich „Die Küste der Freiheit“ nicht entgehen lassen. Aber auch für Alle die wunderschöne Liebesgeschichten mögen, kommen hier auf ihre Kosten.




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