Montag, 7. Dezember 2015

[Rezension] Die englische Freundin von Tracy Chevalier



Die englische Freundin von Tracy Chevalier
Knaus-Verlag
19,99 €
368 Seiten
Historischer Roman











An dieser Stelle möchte ich mich bei der Verlagsgruppe Radome House (hier Knaus Verlag) bedanken, die mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Klappentext:
Die junge englische Quäkerin Honor verlässt Mitte des 19. Jahrhunderts wegen einer unglücklichen Liebe ihre Heimat. Im fernen Ohio will sie einen Neuanfang wagen. Doch das Leben im ländlichen Amerika ist hart, und die Sklavenfrage spaltet die Nation. Zu Honors einzigen Vertrauten wird die temperamentvolle Belle, deren Hutgeschäft entlaufenen Sklaven als heimlicher Unterschlupf dient. Dass sich ausgerechnet Belles Bruder, der rabiate Sklavenjäger Donovan, für sie interessiert, bringt Honor in eine schwierige Lage. Denn sie fühlt sich zu Donovan hingezogen, einem Mann, der all ihre Ideale mit Füßen tritt. Schließlich kann sie einer Entscheidung nicht länger aus dem Weg gehen.

Mein Senf dazu:
Innerhalb kürzester Zeit war dies nun der zweite Auswandererroman, den ich verschlungen habe. Diese Geschichte spielt nur etwa 80-100 Jahre Später- Amerika ist also schon unabhängig.

Die Kapitel wechseln sich immer mit Erzählungen aus der Sicht der Protagonistin Honor und Briefen ab. Dieses Stilmittel hat mir sehr gut gefallen, da dadurch die Gefühle und Gedanken von Honor noch greifbarer wurden. Generell würde ich den Erzählstil eher ruhig und nüchtern bezeichnen. Das hört sich jetzt nach einer langweiligen Geschichte an, aber ich empfand die Geschichte alles andere als langweilig oder langatmig. Spannend war es deshalb, weil mir die Protagonistin sehr ans Herz gewachsen ist und ich unbedingt wissen wollte, wie es ihr im Verlauf der Story ergeht. Irgendwie passte dieser Schreibstil auch bestens zur Geschichte, da Tracy Chevalier von einem einfachen Leben erzählt ohne viel Action. Auch passt der Erzählstil sehr zum Gemüt von Honor.

Honor ist ein sehr liebenswerter Charakter. Anfangs kommt sie sehr schüchtern rüber- ist ja nicht zu verdenken, so ganz allein in Amerika. Außerdem sind Quäker generell etwas zurückhaltende Menschen. Im Verlauf des Buches konnte ich aber mehr und mehr hinter die Zurückhaltung blicken und entdeckte eine junge Frau die eigentliche stark ist und ihre eigenen Prinzipien hat. Aber gesellschaftliche Zwänge drängen sie dennoch zu Entscheidungen, zu denen sie eigentlich eine andere Meinung hat. Die Nebencharaktere wurden von Tracy Chevalier ebenfalls sehr gut herausgearbeitet. Einige konnte ich leiden, bei anderen entwickelte sich eine Hassliebe und andere wiederum konnte ich gar nicht leiden. So sollte es doch sein?!

Allem im allem gibt dieser historische Roman einen sehr guten und authentischen Blick in ein Leben einer englischen Auswanderin. Vor allem der thematisierte "Sklavenfrage" empfand ich als sehr spannend. Ich finde es immer wieder gut, wenn ich aus historischen Büchern noch einiges an Wissen mitnehmen kann. Zu einem 5 Sterne Buch hat es dennoch nicht ganz gereicht. Die Autorin werde ich auf jeden fall im Auge behalten- Das Mädchen mit dem Perlenohrring wartet schon in meinem Bücherregal.

Meine Bewertung: 4/5 Sterne. Ein sehr ruhiger und realistischer historischer Roman mit einer unaufgeregten aber liebenswerten Protagonistin.


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