Sonntag, 3. April 2016

[Rezension] Das Feuerzeichen von Francesca Haig





Das Feuerzeichen von Francesca Haig
heyne fliegt Verlag
16,99 € (Hardcover)
13,99 € (eBook)
480 Seiten
Dystopie, Jugendbuch, Reihe (1. Band)








An dieser Stelle möchte ich mich bei der Verlagsgruppe Radome House bedanken, die mir das eBook als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt haben!

Klappentext:

Als Zwillinge geboren, zu Feinden erzogen

Vierhundert Jahre in der Zukunft: Durch eine nukleare Katastrophe wurde die Menschheit zurück ins Mittelalter katapultiert. Es ist eine Welt, in der nur noch Zwillinge geboren werden. Zwillinge, die so eng miteinander verbunden sind, dass sie ohne einander nicht überleben können. Allerdings hat immer einer von beiden einen Makel. Diese sogenannten Omegas werden gebrandmarkt und verstoßen.

Es ist die Welt der jungen Cass, die selbst eine Omega ist, weil sie das zweite Gesicht besitzt. Während sie Verbannung, Armut und Demütigung erdulden muss, macht ihr Zwillingsbruder Zach Karriere in der Politik. Cass kann und will diese Ungerechtigkeit nicht länger ertragen und beschließt zu kämpfen. Für Freiheit. Für Gerechtigkeit. Für eine Welt, in der niemand mehr ausgegrenzt wird. Doch die Rebellion hat ihren Preis, denn sollte Zach dabei sterben, kostet das auch Cass das Leben …

Mein Senz dazu:
Ich bin mit großer Spannung an das Lesen dieser Dystopie gegangen, denn ich habe schon viele positive Meinungen dazu gelesen. Und ich kann vorwegnehmen, dass sich diese bewahrheiteten.

Die Story wird aus der Sicht von Cass, einer Omega, erzählt. Am Anfang schildert sie dem Leser, wie sie in ihre jetzige Situation gekommen ist. Ihre Schilderung verbreitete eine gewisse gedrückte Stimmung, denn wie mit den Omegas umgegangen wird, ist alles andere als menschlich. Diese Grundstimmung zieht sich dann auch durch die ganze Geschichte. Cass war mir zunächst sehr unnahbar und ich habe zunächst keinen Zugang zu ihr finden können. Das lag aber an ihren Erzählungen, denn dadurch konnten ihre Charaktereigenschaften nicht zum Vorschein kommen. Als dann die Story in die "Gegenwart" angekommen ist, wurde Cass für mich greifbarer. Sie ist ein sehr verletzlicher Charater, die mit ihrer Gabe sehr zu hadern hat. Dennoch hat sie einen großen Lebenswillen und Freiheitsdrang und entpuppt sich mehr und mehr zu einer Kämpferin. Auf ihren Weg zur Freiheit trifft sie auf Kep, der ihr sein Leben zu verdanken hat. Zwischen beiden entsteht eine zarte Liebe. Die Liebesgeschichte steht aber nicht im Vordergrund, was ich sehr "erfrischend" fand, denn das macht die Dystopie nicht zu einer typischen Jugenbuch-Dystopie.

Die Sprache der Geschichte empfand ich als sehr gut und stellenweise auch als poetisch. Francesca Haig hat hier wunderbare Wörter gefunden-vor allem um Cass Gemütszustand zu beschreiben. Das brachte mich in eine ganz bestimmte Lesestimmung, die ich auch schwer beschreiben kann- ein bisschen melancholisch, gedrückt und dennoch hoffnungsvoll. Das mag ich sehr, wenn das ein Buch schaffen kann und trägt auch dazu bei, dass ich mich noch lang an die Geschichte erinnern kann.

Die dystopische Welt fand ich auch sehr interessant und machte mich neugierig auf mehr. Der Leser vergisst eigentlich schnell, dass die Geschichte in der Zukunft spielt, wirkt es doch sehr mitteralterlich. Nur hier und da gibt es Anhaltspunkte, die auf unsere moderne Welt schließen lässt. Auch über die nukleare Katastrophe erfährt der Leser sehr wenig. Es bleiben ein paar Fragen offen, die es aber gleichzeitig auch spannend macht. Auf die Folgebände bin ich jedenfalls sehr gespannt.

Meine Bewertung: 4/5 Sterne. Ein unterhaltsamer Auftaktband mit einer interessanten und innovativen Grundidee. Ein paar Längen führen dazu, dass ich ein Punkt abziehe. Eine klare Leseempfehlung an jeden Dystopie-Fan.



1 Kommentar:

  1. Hallo Christiane,

    Sehr schöne Rezi!
    Ich habe das Buch auch gelesen und mochte es etwas weniger als du,
    hauptsächlich wegen der Längen, die du ja auch kritisiert hattest.
    Zusätzlich wurde ich mit den Charakteren nicht so richtig warm...
    Aber ich werde dem zweiten Band trotzdem eine Chance geben und freue mich darauf. :)

    Liebe Grüße,
    Laura

    AntwortenLöschen