Sonntag, 12. Juni 2016

[Rezension] Mut zur Freiheit von Yeonmi Park


Mut zur Freiheit - Meine Flucht aus Nordkorea von Yeonmi Park
Goldmann Verlag
19,99 €
320 Seiten
Autobiografie, Zeitzeugenbericht


"Indem ich von meiner Vergangenheit erzählte, hatte auch ich etwas zu geben."





Klappentext:
Yeonmi Park träumte nicht von der Freiheit, als sie im Alter von erst 13 Jahren aus Nordkorea floh. Sie wusste nicht einmal, was Freiheit ist. Alles, was sie wusste war, dass sie um ihr Leben lief, dass sie und ihre Familie sterben würde, wenn sie bliebe - vor Hunger, an einer Krankheit oder gar durch Exekution. In ihrem Buch erzählt Yeonmi Park von ihrem Kampf ums Überleben in einem der dunkelsten und repressivsten Regime unserer Zeit; sie erzählt von ihrer grauenhaften Odyssee durch die chinesische Unterwelt, bevölkert von Schmugglern und Menschenhändlern, bis nach Südkorea; und sie erzählt von ihrem erstaunlichen Weg zur führenden Menschenrechts-Aktivistin mit noch nicht einmal 21 Jahren.

Mein Senf dazu: 
Über Nordkorea wusste ich nicht viel (wie auch wenn es komplett abgeschottet ist)- nur das es eine Diktatur ist, das da ein komischer kleiner Mann "regiert" und sich mit Südkorea und USA so gar nicht versteht. Ja, man macht sich eher lustig über dieses Land. Das die Nordkoreaner nicht viel zu lachen haben, wusste ich auch, dass es aber so schlimm ist, wie es Yeonmi es in diesem Buch schildert, habe ich mir nicht ausmalen können. Durch meine Eltern, die in der DDR lebten, hatte ich eine Ahnung, wie es sein muss in einer Diktatur zu leben, aber mich hat dieser Bericht dennoch tief bewegt und erschüttert.

Yeonmi startet damit, dass sie ihr "Leben" in Nordkorea schildert. Ihre Familie lebt in größter Armut, obwohl in Nordkorea ein ach so großer Wirtschaftsaufschwung herrscht. Aber für das gemeine Volk, vor allem auf dem Land, ist davon nichts zu spüren. Ihre Eltern wissen sich nicht anders zu helfen und fangen das Schmuggeln an. Schnell bekommt Yeonmi mit, wie es ist, nicht regierungskonform zu sein. Der Gedanke Nordkorea zu verlassen wird größer. Ihre Schilderung der Flucht, liest sich wie ein Krimi. Ich musste echt den Atmen anhalten und konnte das Buch einfach nicht weglegen. Obwohl ich weiß, dass es gut aussgeht, fieberte ich mit Yoenmi mit.
Weiter geht es mit Yeonmis Zeit in China. Sie beschönigt dort gar nichts und schildert schon fast nüchtern, was sie dort durchmachen musste. Es muss die Hölle gewesen sein. Auch teilt sie mit dem Leser ihre Gefühle und intimsten Erlebnisse- das zeugt von großem Mut. Das sie überhaupt die Kraft hatte, weiterzuleben bzw. weiterzukämpfen verdient größten Respekt. Und das auch in ihren jungen Jahren. Nach weiterer Odysee, gelangt sie endlich nach Südkorea. Auch der Start in ein neues Leben war nicht einfach, aber Yeonmi gab einfach nicht auf und zählt nun zu einer wichtigen Menschenrechts- Aktivistin. Das ist wirklich bemerkenswert.

Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen zu lesen- es ist ein sehr wichtiger Zeitzeugenbericht. Er verdeutlicht mir auch wieder einmal, wie viel Glück ich hatte in einem freiem, demokratischen und reichen Land geboren worden zu sein. Viele Dinge erscheinen auch so unwichtig, wenn man solche Erlebnisse liest.

Liebe Yeonmi, danke, dass du deine Erlebnisse mit der Menschheit teilst!



Meine Bewertung: 5/5 Sterne. Lest es!




An dieser Stelle möchte ich mich beim Goldmann Verlag bedanken, der mir dieses wunderbare Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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