Dienstag, 31. Oktober 2017

[Rezension] Nerve von Jeanne Ryan


Klappentext:
Eigentlich will Vee gar nicht mitspielen bei diesem neuen Online-Spiel, bei dem man ständig neue peinliche »Challenges« bekommt, die sofort ins Netz gestellt werden. Aber um einen Jungen auf sich aufmerksam zu machen, der ihr gefällt, wagt sie es dann doch. Zumal Preise locken, denen sie nicht widerstehen kann, wie zum Beispiel die Schuhe ihrer Träume. Noch dazu sieht Ian, der ihr als Spielpartner an die Seite gestellt wird, wirklich gut aus. Erst macht es Spaß. Aber dann werden die Challenges heikler und heikler, und die Fans treiben Vee dazu, immer mehr zu riskieren. Schließlich werden Vee und Ian zusammen mit fünf anderen Spielern an einen geheimen Ort gebracht, wo die letzte Runde stattfindet. Es geht um alles oder nichts und auf einmal steht ihr Leben auf dem Spiel …

Quelle: randomehouse.de 

Mein Senf dazu
Auf das Buch bin ich durch den Kinotrailer aufmerksam geworden. Der Klappentext versprach auch eine sehr spannende Story. Ich lese zudem supergern über irgendwelche (Online-)Spiele (z. B. Hunger Games, Erebos), die die Charaktere absolvieren müssen.

Leider konnte “Nerve” meinen Erwartungen nicht gerecht werden. Die Geschichte hat richtig gut angefangen und Vee schien auch ein toller weiblicher Charakter zu sein. Ja, dieses Gefühl, ein wirklich gutes Buch in den Händen zu halten dauerte nur bis nach der ersten Challenge des Spiels an. Dann empfand ich die Geschichte einfach nur als dämlich. Vee entwickelte sich zu einem super nervigen Charakter, extrem naiv, widersprüchlich und oberflächlich. Einige Handlungen fand ich zudem einfach sehr bedenklich, z. B. auf alles zu pfeifen, Freunde zu verraten, da man ja etwas tolles materielles bekommt, wenn die Challenge absolviert wurde. Auch alle weiteren Charaktere waren sehr klischeehaft gezeichnet: die perfekte beste Freundin, der atemberaubende Schul-Schönling, auf den die graue Maus natürlich steht, der hilfsbereite Kumpel und der geheimnisvolle andere Typ (hier der Spielpartner).

Kennt ihr das, dass man während des Lesens Aggressionen entwickelt? In dieser Gefühlslage befand ich mich im letzten drittel des Buches. Die Finalrunde war einfach unrealistisch, absurd, übertrieben und sehr langatmig. Ich musste eine gefühlte Ewigkeit Vees Gedanken verfolgen, ob ihr supersüße Spielpartner nun auf sie steht oder nur ein falsches Spiel spielt, bis mal etwas passiert. Immer wenn sie sich zum tausendsten mal fragte, ob sie das Spiel abbrechen soll, schrie ich in Gedanken: JA, verdammt! Dann wäre “das Elend” endlich zu Ende. Warum ich das Buch nicht abgebrochen habe? Das mache ich grundsätzlich nicht. Ich muss ein Buch zu Ende lesen, auch wenn ich mich durchquälen muss.


Schlussendlich waren mir die kritischen Töne im Bezug auf Social Media persönlich einfach zu leise. Mehr Gesellschaftskritik hätte dem Buch gut getan. Ansonsten verstehe ich nicht, was das Buch eigentliche aussagen wollte.

Da ich gelesen habe, dass der Film wohl um Längen besser sein soll als das Buch, werde ich dem Film noch eine Chance geben.

Meine Bewertung: 2/5 Sterne. 2 Sterne für die gute Idee und den Anfang, sowie für den flüssigen Schreibstil.




1 Kommentar:

  1. Huhu liebe Christiane!

    Ich muss zugeben, dass ich bisher nur den Film gesehen habe und mir dieser wirklich gut gefallen hat. Zum Ende hin wird er richtig schockierend! Dass das Buch allerdings nicht mithalten kann, habe ich schon von so einigen Bloggern gehört. Richtig schade, aber da kann man wohl nichts machen, außer die Finger vom Buch zu lassen. :/

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

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